Folge 6 - PodKANT mit Schulleiterin Jessica Pesch

Shownotes

Was ist Jessica Peschs Traumberuf? Wie steht sie zu unserem Namensgeber Immanuel Kant? Und was macht unsere Schulleiterin eigentlich so am Wochenende? Dies und noch viel mehr erfahrt ihr in dieser neuen Folge des PodKANT! Viel Spaß beim Zuhören!

Kontakt: podkant@kant.ms.de Moderation: Nina von Manstein Technik: Ben Abbing Erstveröffentlichung: 21.11.2022

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00:00:01: Herzlich willkommen Lascaro Prostimo, liebe Kantiana.

00:00:05: Endlich hört ihr mal wieder den neuen Podcast.

00:00:09: Eine weitere Folge unseres Kant-Internen-Podcasts, der inzwischen natürlich schon in ziemlichen Ruhmerungen hat, wie ich so gehört habe.

00:00:17: Ich wollte in diesem Schuljahr schon längst losgelegt haben, aber besagter Ruhm hat dazu geführt, dass mich dann endlich Schüler angesprochen haben, ob ich denn wirklich mal nicht eine neue Folge aufnehmen will.

00:00:26: Und ich dachte, ja, ich habe es schon die ganze Zeit in der Tasche.

00:00:29: Ich habe es schon die ganze Zeit vor.

00:00:31: Ich hatte auch meinem Gast schon die ganze Zeit Bescheid gesagt.

00:00:33: Und dieser letzte Anstupser, der fehlte.

00:00:35: Ich bin dann sofort losgelaufen, habe einen Termin gemacht und hier wir.

00:00:40: Ja, ich hoffe, es geht euch gut.

00:00:41: Das Schuljahr hat, finde ich, wunderbar normal begonnen.

00:00:45: Ohne irgendwelche Corona-Sachen.

00:00:47: Außer ja mal zwischendurch ein paar Tests verteilen.

00:00:49: Aber das, was wir so gewohnt sind, dagegen ist das ja gar nichts.

00:00:53: Und ich empfinde das auch als ganz schön, dass man so das Gefühl hat von einer gewissen Normalität, die jetzt hier wieder so Einzug gehalten hat.

00:01:00: Ich hoffe, es geht euch auch so.

00:01:02: Und es geht euch auch richtig gut.

00:01:04: Ja, wie immer bin ich natürlich nicht allein hier.

00:01:06: Das habe ich ja eben auch schon gesagt.

00:01:09: Und heute habe ich einen ganz speziellen Gast eingeladen.

00:01:11: Und zwar ist die Lehrerin bei uns an der Schule für Deutsch und Geschichte und Philosophie.

00:01:17: Also ihr hört wieder mal einen Multitalent mit drei

00:01:19: Fächern.

00:01:20: Aber dazu kommt noch viel mehr.

00:01:22: Sie ist nämlich außerdem unsere Schulleiterin.

00:01:24: Also herzlich willkommen Jessica Pesch.

00:01:26: Ja, hallo.

00:01:27: Herzlich willkommen auch von mir.

00:01:29: Hallo Nina.

00:01:30: Ja, super, dass wir es endlich geschafft haben.

00:01:32: Ich hatte ja ein wenig Anstoß durch die Schüler und Schülerinnen gebraucht, aber das fand ich gar nicht so schlecht, weil es mir gezeigt hat, dass da ja auch Interesse an diesem Podcast besteht.

00:01:42: Wie geht's dir jetzt hier so nach dem ersten Quartal unseres Schuljahres?

00:01:46: Wie ist es bis jetzt gelaufen?

00:01:48: Eigentlich ganz gut.

00:01:49: Ich kann mich dem nur anschließen, was du gerade schon ausgeführt hast.

00:01:52: Ich finde, es ist deutlich ruhiger und entspannter als im letzten Schuljahr, weil man auch nicht mehr das Gefühl hat, man ist eine Außenstelle des Gesundheitsamtes, sondern kann sich wirklich so oft das konzentrieren, was Schule eigentlich doch ausmacht.

00:02:05: Ich find's auch wirklich ganz schön, dass wir im Moment zumindest noch auch ohne Masken unterwegs sein.

00:02:11: man Schülern wieder ins Gesicht gucken kann, was eine ganz andere Form von Interaktion ermöglicht und Schule sich doch wieder ein bisschen mehr anfühlt wie normal.

00:02:22: Zum Beispiel ist ja die SV diese Woche auch auf SV-Fahrt gewesen.

00:02:26: Das finde ich auch wirklich ganz toll, dass die Fahrten wieder möglich sind oder auch dass die Spanier kommen konnten und unsere Schüler nach Spanien fahren konnten.

00:02:34: Ich finde, das sind alles so wichtige Dinge im Schulleben, die man doch unter Corona sehr vermisst hat.

00:02:40: doch auch vielleicht ein bisschen traurig war, dass sie nur eingeschränkt möglich gewesen sind.

00:02:45: Ja, das sehe ich genauso wie du.

00:02:46: Also gerade im Fremdsprachenunterricht auch nochmal wieder mit den Masken fand ich das auch zusätzlich schwierig.

00:02:53: Die Schülerinnen konnten die Mundbewegungen nicht sehen.

00:02:56: Das ist auch immer noch ein Teil des Fremdsprachenlerns, der da durch erschwert wurde.

00:03:00: Aber klar, ganz allgemein, diese Lockerungen tun, glaube ich, allen gut und dass wir eben den Unterricht normal und auch der Dresseschullebens irgendwo wieder in so eine Normalität packen, finde ich auch richtig für uns alle gut.

00:03:13: Du hast jetzt grad schon angesprochen, so dass man sich wieder auf das konzentrieren kann, was man eigentlich möchte.

00:03:19: Ist das denn jetzt sehr anders, jetzt wo du Schulleiterin bist als das, was du zuvor als Lehrerin gemacht hast?

00:03:25: Ja, natürlich.

00:03:26: Also das ist schon ein anderer Arbeitstag und ich freue mich immer, wenn ich unterrichte, weil sich das so anfühlt wie früher, was sich ja ganz, ganz lange auch gemacht hat.

00:03:37: Und ich genieße natürlich auch total den Kontakt mit den Schülerinnen und Schülern während des Unterrichts.

00:03:43: Ansonsten ist mein Tag ... mehr auch ein Büro-Tag und besteht ganz, ganz viel aus Gesprächen.

00:03:51: Das finde ich aber total spannend, weil ich jetzt im Unterschied zuvor eigentlich nicht weiß, was mich erwartet an dem Tag.

00:03:59: Ich weiß natürlich im Vorfeld, welche geplanten Termine ich habe oder auch, wenn Konferenzen oder Sitzungen anstehen.

00:04:06: Aber es ist in der Regel schon so, dass während des Schultages ganz viele Dinge auch passieren, von denen ich vorher nicht gewusst habe.

00:04:13: Und das finde ich macht die Sache.

00:04:15: Ja, einfach auch total spannend und abwechslungsreich.

00:04:18: Ja, das glaube ich, da muss man auch mal ganz schön fix im Kopf sein, dass man immer so umschalten kann, nächstes Thema, nächster Termin, oder?

00:04:26: Nee, ich glaube, es geht schon auch so ein bisschen darum, dass man gut abwägen muss, was muss tatsächlich jetzt als Allererstes gemacht werden?

00:04:33: Also, was hat welche Dringlichkeit?

00:04:36: Okay.

00:04:37: War das denn immer schon dein Traumruf, Traumschulleiterin zu werden, oder?

00:04:42: Nein, überhaupt gar nicht.

00:04:43: Also ... Ich bin, glaube ich, eher so ein bisschen über, weiß ich nicht, ob es wirklich Umwege waren.

00:04:49: Die Lehrerin war eigentlich überhaupt nie mein Traumberuf, sondern es ist eigentlich so gewesen, dass ich total gerne Dramatur gehen geworden wäre.

00:04:56: Und ich habe nach dem Abitur tatsächlich auch zuerst Theaterwissenschaften studiert und war mir aber dann immer so unsicher, ob ich wirklich ans Theater gehen möchte.

00:05:08: weil da ja man doch etwas andere Arbeitsbedingungen vorfindet als zum Beispiel an Schule.

00:05:13: Also häufig ist das ja so, dass ein Intendant, also der künstlerische Leiter eines Theaters seine Mannschaft sozusagen mitbringt.

00:05:22: Und wenn der Vertrag dieses Intendanten endet, auch der Rest der Mannschaft gucken muss, wo er bleibt.

00:05:29: Also man weiß nie so genau, wie lange kann man tatsächlich an einem Ort beschäftigt sein.

00:05:34: Und das fand ich schon so ein bisschen ... Schwierig für mich, mir das vorzustellen.

00:05:40: Kannst du ganz kurz sagen, was ein Dramaturg ist?

00:05:42: Ja, genau.

00:05:44: Die Dramaturgin ist die, die ... So ein bisschen im Hintergrund arbeitet bei der Entwicklung von Stücken.

00:05:51: Das heißt, die erstellt zum Beispiel das Programmheft für eine Produktion und berät aber auch den Regisseur und die Schauspielerin und Schauspieler, indem sie im Grunde genommen viel Information und Material zusammenträgt über das Stück selbst, über den Autor, über andere Inszenierungen.

00:06:10: Ja, das ist die Aufgabe einer Dramatur.

00:06:12: Sie wirkt auch mit und berät den Intendanten, also den künstlerischen.

00:06:18: auch bei der Auswahl des Spielplans, welche Stücke auch gesetzt werden.

00:06:23: Das ist die Tätigkeit einer Dramatur.

00:06:26: Gut, ich glaub, das war jetzt noch mal wichtig für alle, dass das so ein bisschen klar ist.

00:06:29: Okay, also, das heißt, Theaterwissenschaften standen

00:06:33: am Anfang.

00:06:34: Dann hab ich gedacht, na ja, ich studiere vielleicht aber was, wo ich mit ans Theater gehen kann und vielleicht auch noch was machen kann, was so etwas ... eine sichere Berufsperspektive bietet.

00:06:44: Und ich hab dann angefangen, Deutsch und Philosophie zu studieren.

00:06:48: Hab dann irgendwann Geschichte dazu genommen, weil ich auch ganz gerne mal was Handfestes mit Zahlen haben wollte.

00:06:53: Das war nicht gerade Mathematik, aber zumindest dann mal so historische Daten.

00:06:59: Als ich mein Studium abgeschlossen hatte, war ich immer noch total unsicher.

00:07:02: Ich habe zwischenzeitlich oder während des Studiums an einem Theater in Münster gearbeitet, fand das auch ganz toll.

00:07:08: Aber hatte nicht so richtig was in der Tasche und hab gedacht, komm, mach's zumindest das Referendariat, dann hast du eine abgeschlossene Berufsausbildung und kannst dann immer noch zurück ans Theater gehen.

00:07:20: Und dann fand ich im Referendariat das ganz toll.

00:07:24: Ich hab gedacht, doch, ist ja ganz schön.

00:07:27: Das kann ich mir vorstellen, das weiterzumachen.

00:07:29: Also so bin ich Lehrerin geworden.

00:07:32: Das ist ja wirklich auch mal wieder ganz interessant zu wissen.

00:07:34: Ich muss jetzt mal einmal kurz so ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern.

00:07:39: Ich kenne uns schon ganz lange.

00:07:40: Wir haben uns im Studium schon kennengelernt.

00:07:44: Ich habe auch geschichte studiert, wobei darüber war es gar nicht.

00:07:46: Nein,

00:07:47: wir haben uns über private Wege kennengelernt.

00:07:52: Gemeinsame gute Freundinnen.

00:07:58: Lehrerin war gar nicht so im Raum, und Schulleiterin damit natürlich auch nicht.

00:08:02: Nee, auch nicht, genau.

00:08:04: Das sind eher Dinge, die sich so entwickelt haben.

00:08:07: Als ich Lehrerin geworden bin, hab ich mir gar nicht vorstellen können, Schulleiterin zu werden.

00:08:12: Sondern dass ... ja.

00:08:15: Ich weiß nicht, manchmal hab ich das Gefühl, das ist wie ein Mosaikbild.

00:08:17: Dinge, die sich wie so ein Puzzle oder so ein Mosaik im Lauf der Jahre zusammengesetzt haben.

00:08:24: Und irgendwann war dann mal so ein ... Weg sichtbar, von denen ich am Anfang gar nicht sehen kann oder mir auch gar nicht für mich vorstellen können.

00:08:32: Ja, ich mein, John Lenn hat ja auch in einem seiner Dealer gesagt, Leben ist das, was passiert, während wir andere Pläne machen.

00:08:38: Also deswegen manchmal ist das mit dem Plan oder mit dem Vorstellen ja auch dann gar nicht so, dass das hinterher tatsächlich alles dabei rauskommt und das Umstände sich ändern.

00:08:47: Und fühlst du dich denn jetzt wohl in deiner neuen Rolle?

00:08:50: Also dem, was du eben gesagt hast, hört dich das schon raus?

00:08:53: Ja, sehr, weil ich finde, dass ich das Glück habe, an einer Schule zu sein mit einer wirklich ganz, ganz tollen Schülerschaft und einem supertollen Kollegen.

00:09:02: Und auch Eltern, die ich als absolut unterstützend und konstruktiv empfinde.

00:09:07: Und da bin ich wirklich auch sehr dankbar für.

00:09:09: Ja, ich meine, das sind natürlich wirklich diese Säulen, die dich als Schulleiterin dann ja auch tragen mit.

00:09:14: Und wenn man die eben als Stützen hat und die nicht wegbröseln, weil es Gründe gibt, weswegen das irgendwie nicht funktioniert.

00:09:22: ist das natürlich Gold wert.

00:09:23: Ich glaube aber, dass da auch die Resonanz von diesen Säulen, die dich da mittragen, also die machen das auch sehr gerne, also die stützen sozusagen da sehr gerne, zumindest würde ich das nach dem behaupten, was ich immer so vom Schulleben mitbekomme, dass das auf Gegenseitigkeit beruht.

00:09:41: Wenn ich mir jetzt vorstelle, okay, du bist ja im Kantor schon länger Lehrerin gewesen, dann bist du ja eher irgendwie in diese Schulleitung ... Ich will es ja nicht hinein gerutscht sagen, aber hat sich einfach so entwickelt, dass du dann Richtung Schulleitung gegangen bist.

00:09:54: Stell dir vor, jetzt kommt eine gute Fee und sagt, liebe Frau Pech, Sie dürfen jetzt für das Kantgymnasium drei Wünsche äußern und die werde ich erfüllen.

00:10:04: Könntest du dir da so drei Wünsche fürs Kant überlegen?

00:10:10: Mein erster großer Wunsch gilt den Kindern der Übermittagsbetreuung und wir hätten eine ganz, ganz tolle Mensa.

00:10:17: Das wäre mein erster größter, dringlicher Wunsch, glaube ich, an der Stelle.

00:10:23: Ich glaube, das könnte sie hinkriegen.

00:10:24: Ja,

00:10:25: ich hoffe auch.

00:10:26: Ich setze nicht nur Hoffnung in die gute Fee, sondern auch nach wie vor in die Stadt an der Stelle.

00:10:32: Wir sollten den Podcast dann mal zukommen lassen, glaube ich.

00:10:36: Ja, der zweite Wunsch betrifft die Schulhofgestaltung.

00:10:40: Da würde ich mir auch wirklich von einer guten Fee doch wünschen, dass unser Schulhof attraktiver gestaltet ist.

00:10:49: Ich kann das ja vielleicht schon mal verraten.

00:10:50: Es sieht sehr, sehr gut aus für die Sitzbänke, die schon ganz lange in Planung sind.

00:10:56: Das wird jetzt immer konkreter.

00:10:57: Und ich hoffe, dass es zum Frühjahr auch was wird, dass wir zusätzliche Sitzgelegenheiten auf dem Schulhof bekommen.

00:11:04: werden.

00:11:05: Aber ich finde, es fehlt an Spielmöglichkeiten.

00:11:10: Da würde ich mir doch wünschen, dass da mehr möglich ist.

00:11:14: Die Fachschafts-Sport hat dazu schon ganz tolle Vorschläge erarbeitet, die ich auch bei der Stadt eingereicht habe.

00:11:20: Aber das ist, glaube ich, ein Prozess, der doch noch länger auf sich warten wird.

00:11:24: Und das wäre nicht toll, wenn die gute Fee diesen Prozess doch beschleunigen könnte.

00:11:28: Ja,

00:11:29: bestimmt.

00:11:29: Okay, jetzt haben wir zwei.

00:11:32: Und jetzt kommt der dritte.

00:11:34: Jetzt muss ich mal einen ganz kurzen Moment nachdenken.

00:11:36: Ohne, ich war schon ganz begeistert, wie schnell du die ersten zwei rausgehauen hast, war mir das nicht so leicht.

00:11:43: Jetzt der dritte.

00:11:45: Ja, ich würde mir perspektivisch wünschen, dass es uns gelingt.

00:11:57: Noch stärker als jetzt, mithilfe... zum Beispiel der der iPads, aber nicht nur Lernräume zu schaffen, wo für Schülerinnen und Schüler doch noch mehr entdeckendes Lern möglich ist.

00:12:10: Ich glaube, das hat was mit dem zu tun, nicht nur, aber auch, was wir Schülerinnen und Schülern anbieten.

00:12:16: Es hat aber auch was mit Räumlichkeiten zu tun, dass es einfach auch mehr Platz gibt für für Entdecken, für Differenzieren, für mal den Klassenraum verlassen, auch mal mehr in Kleingruppen auszuprobieren, vielleicht auch mal was über die Klassengrenze hinaus auszuprobieren.

00:12:37: Also das finde ich perspektivisch eine tolle Vorstellung für ein Ort, wo gelernt wird.

00:12:43: Ja, das finde ich auch, als jetzt aus meiner Lehrerin Sicht würde ich das auch richtig gut finden.

00:12:49: Ich finde dadurch, dass wir ... durch Corona irgendwie die Klassentüren immer aufgelassen haben, hat sich das so ein bisschen schon mehr in die Richtung entwickelt, wobei wir natürlich jetzt keine speziellen Räume oder Ähnliches dafür haben.

00:13:02: Oder irgendwie die Flure so gestaltet, dass das mehr für Arbeitsphasen genutzt werden kann in Gruppen oder Ähnlichem.

00:13:11: Aber ich finde, dadurch hat sich das mehr entwickelt und natürlich schon auch durch die Nutzung der iPads und dass man Gruppen dann rausschickt, wenn sie was machen sollen.

00:13:18: Aber ja, das finde ich auch, dass ... ist eine gute Idee und wäre eine schöne Vorstellung, weil alle davon profitieren würden, Schülerinnen und Lehrerinnen auch.

00:13:27: Ja,

00:13:27: das glaube ich auch.

00:13:29: Ja guck, dann sind das doch schon Wünsche, die sehr praxisorientiert sind und von denen alle profitieren würden.

00:13:36: Wir haben ja als Namensgeber klar unseren Immanuel Kant und ich fordere ja immer jeden auf, der mich hier beim Podcast Besuch über der Aufnahme des Podcasts mir hier hilft als Gast.

00:13:51: Ein schönes Zitat von Kant entweder mitzubringen oder sich von mir eins auszusuchen, die ich hier dabei habe.

00:13:56: Aber du als Philosophie-Lehrerin, das habe ich jetzt auch eigentlich nicht anders erwartet, hat natürlich schon eins in Petto.

00:14:03: Ja, ich ... Also, mir bedeutet es tatsächlich was.

00:14:08: Ich weiß nicht, ob es alle so schön finden werden, aber für mich ist es tatsächlich in ganz vielen Lebenssituationen hilfreich.

00:14:15: Und ich würde das jetzt einmal zitieren.

00:14:17: Das Zitat geht folgendermaßen.

00:14:20: Ich kann, weil ich will, was ich muss.

00:14:25: Gut,

00:14:26: okay.

00:14:26: Wir haben das jetzt keinen kleinen Moment sacken lassen.

00:14:30: Kannst du uns auch erzählen, warum das so ist?

00:14:33: Warum dich das besonders anspricht?

00:14:35: Ja, ich glaube, mich spricht das besonders an, weil ich glaube, dass man im Leben mit vielen Dingen konfrontiert ist.

00:14:44: die einem vielleicht manchmal nicht leicht fallen oder wo man auch nicht so von innen heraus zu motiviert ist, die vielleicht auch manchmal weniger Spaß machen als andere.

00:14:54: Und dann finde ich, dass es auch in meiner Entscheidung ein Stück weit nicht immer in jeder Lebensphase, aber doch vielleicht in vielen Lebensphasen eine Rolle spielt, wie ich mich zu diesen Dingen verhalte.

00:15:06: Und wenn ich mich bewusst entscheide, auch vielleicht Dinge anzunehmen, die mir nicht immer ganz so viel Spaß machen.

00:15:15: Es ist für mich viel, viel leichter, ganz, ganz viele Situationen im Leben zu meistern.

00:15:21: Und das verbinde ich ganz essenziell mit diesem Zitat.

00:15:23: Ja,

00:15:24: also ich kann, weil ich will.

00:15:26: Was ich muss.

00:15:27: Was ich muss, okay.

00:15:28: Also, dass man's eigentlich in dem Sinn auch so ein bisschen ... umdreht, dass man nicht sagt, ich muss das jetzt machen, sondern ich will das eigentlich auch, weil gehört dazu, wo in die Richtung

00:15:38: geht.

00:15:40: Da hätte ich jetzt gar nicht so erwartet, ich dachte, ich weiß gar nicht, was ich erwartet habe, aber das Zitat ist mir auch durchaus bekannt.

00:15:48: Ich

00:15:48: finde, es gibt natürlich ganz viele andere Zitate von Kant, die ich auch ganz toll finde und die ich auch für für eine Bildungsinstitution und für Arbeit mit Schülern ganz toll finde.

00:15:59: Aber das ist wirklich was, was ich so in ganz vielen lebenspraktischen Situationen total hilfreich finde.

00:16:09: Ja, man kann es sich auch in allen möglichen Lebenslagen dann immer mal wieder denken, okay, ich will das eigentlich.

00:16:18: Okay, gut.

00:16:19: Also, wir haben ja über Kant jetzt gesprochen.

00:16:22: Ich hab von einem

00:16:23: ...

00:16:24: Zuhörer des Podcasts hier eine E-Mail bekommen und er hat mir geschrieben, dass er es ganz spannend findet, wenn wir darauf mal eingehen.

00:16:32: Das kannte ja auch durchaus in den letzten Jahren immer kritisch gesehen wird.

00:16:38: Und da gibt es diverse Vorwürfe, er sei rassistisch gewesen, er sei frauenfeindlich gewesen.

00:16:48: Wie geht ihr da so im Philosophieunterricht mit um?

00:16:50: Geht ihr darauf ein?

00:16:51: Ist das ein Thema?

00:16:52: Ja, das ist tatsächlich bei uns Thema im Philosophieunterricht.

00:16:55: Ich finde das erstmal ganz toll, dass ... Schüler, das von sich aus auch ansprechen und jetzt zum Beispiel an dich auch herangetragen haben.

00:17:05: Natürlich können wir da nicht dran vorbeigucken, dass es durchaus Äußerungen von Kant gibt, die in diese rassistische Richtung und auch in frauenfeindliche Richtungen gehen.

00:17:15: Aber ich glaube, man muss an der Stelle ein klein bisschen ausholen.

00:17:22: Kant ist natürlich ein Stück weit auch Kind seiner Zeit, was nicht entschuldigt, dass er sich so geäußert hat, ist aber vielleicht ein klein bisschen einordnen kann.

00:17:33: Und Kant steht aber für eine Richtung... des Denkens, die heute eigentlich dazu führt, dass wir einige seiner Äußerungen als rassistisch bezeichnen.

00:17:45: Also im Grunde genommen legt er die Grundlage dafür, dass wir Dinge kritisch hinterfragen, dass wir den Menschen als vernunftbegabt ansehen und von der Vernunftbegabung des Menschen leiten wir ja auch sowas ab wie die Gleichheit des Menschen und letztlich auch Menschen würde.

00:18:03: Das heißt, er setzt im Grunde genommen eine Bewegung in Gang, auf der heute ganz viel westliches Denken letztlich ja vielleicht auch demokratisches Verständnis aufbauen.

00:18:17: Und muss sich aber selber eigentlich, wenn man ihn ernst nimmt, auch dafür hinterfragen lassen.

00:18:26: Genau.

00:18:29: Es ist mit Sicherheit kein Heiligerkant, den wir irgendwo auf den Sockel stellen können.

00:18:35: Aber ich glaube, dass er trotzdem einen Weg feist, wo es sich total lohnt, miteinander zu setzen.

00:18:41: Er uns ganz viele Anstöße gibt.

00:18:44: Und auch, wenn man sich mit ihm auseinandersetzt, dazu unbedingt auch anregen sollte, sich mit ihm auch als Person und mit anderen anregen.

00:18:52: mit allen seinen Äußerungen auseinanderzusetzen, um dann auch zu gucken, was können wir stehen lassen und was können wir nicht stehen lassen.

00:18:58: Und ich finde, wenn man das tut, dann hat man an ganz vielen Stellen zur Reflektionsfähigkeit, zur Kritikfähigkeit und ja letztlich auch zur Mündigkeit erzogen.

00:19:10: Und wenn er uns auf diesen Weg bringt, dann finde ich, hat er einen ganz, ganz großen Verdienst einfach auch.

00:19:20: Genau, also ich finde, grade das, was du auch am Anfang gesagt hast, da absolut schlüssig eben zu sagen, wenn er eben diesen Weg nicht mit angestoßen hätte, zu sagen, hey, benutzt bitte euren Verstand, denkt noch mal nach, denkt kritisch, hinterfragt, dann wären wir eben vielleicht ja heute noch gar nicht an dem Punkt, auch solche Ideen, beziehungsweise solche Theorien von rassistischen Denken und so über, dass wir diese halt in Frage stellen und dass wir über diese ja auch versuchen, immer mehr hinwegzukommen mit dem, was wir tun und auch was die Diskriminierung von Frauen angeht oder von anderen Bevölkerungsgruppen.

00:19:56: Und insofern, glaube ich, ist das so ein bisschen mit die Quintessent zu sagen.

00:19:59: Klar, wir dürfen auch die kritischen Punkte nennen und wir dürfen die auch sehen.

00:20:03: Aber du würdest schon sagen, das ist nicht ein Grund, ihn komplett jetzt hier zu streichen aus dem ganzen Programm und zu sagen, also mit so einem können wir gar nicht mehr arbeiten.

00:20:13: Nein, finde ich überhaupt nicht, genau, weil er wirklich ganz viel für ganz viel steht.

00:20:18: wo wir heute wirklich auch drauf aufbauen.

00:20:20: Ich finde, dass man das andere nicht verschweigen darf.

00:20:22: Ich finde, dass man sich damit auch auseinandersetzen muss.

00:20:25: Und das ist auch eine Grundlage von Diskurs.

00:20:28: Und ich finde, das auch auszuhalten, da eine Meinung zu zu beziehen, darüber ins Gespräch zu kommen, das halte ich für total wichtig.

00:20:37: Okay, und Diskursfähigkeit ist ja auch was, was wir gerade bei unseren Schülerinnen und Schülern uns wünschen, was wir ihnen, wozu wir sie ja auch bringen wollen.

00:20:45: Und insofern ... Ich denke auch, es ist wichtig.

00:20:48: Das heißt, im Oberstufenunterricht Philosophie, da sprecht ihr auch solche strittigen Sachen an.

00:20:56: Und wie sind bis jetzt so die Reaktionen der Schülerinnen und Schüler darauf gewesen?

00:21:00: Das ist natürlich unterschiedlich.

00:21:05: Auch da gibt es eben kritische Auseinandersetzungen.

00:21:08: Natürlich hat vielleicht das ein oder andere auch mit eigenen Erfahrungen zum Teil zu tun, die auch zu respektieren sind, was man vielleicht auch selber ... an rassistischen Angriffen erfahren hat, dass dann vielleicht auch Bewertungen noch mal schärfer und kritischer ausfallen.

00:21:26: Es gibt eine ganze Bandbreite da an Reaktion.

00:21:30: Aber ich finde, es ist auch wichtig, Kant als Person zum Anlass nehmen zu können, um auch darüber ins Gespräch zu kommen.

00:21:42: Wir werden ja nächste Woche einen großen Festakt feiern, dass unsere Schule in dieses Netzwerk aufgenommen wurde.

00:21:48: Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage.

00:21:52: Wie ihr hört, wir sitzen noch in der Schule.

00:21:54: Wie immer eigentlich, wenn ich meinen Podcast aufnehme.

00:21:59: Real-Life-Situation, wie ich immer so schön sage.

00:22:01: Okay, also nächste Woche der Festaktschule ohne Rassismus, Schule mit Courage.

00:22:08: Ich finde, da passt es dann auch trotzdem rein, dass wir im Manuel Kantgymnasium heißen, aus dem Grund, dass wir eben sagen, das bedeutet nicht, unsere Schule ist nicht frei von Rassismus, in dem Sinne, aber wir sind auf dem Weg dahin bzw.

00:22:22: wir beleuchten es kritisch, wir äußern uns dazu, wir schweigen nicht.

00:22:26: Und das bedeutet ja auch dieser Aspekt der Courage, dass man im Falle von Rassismus oder Diskriminierung eingreift.

00:22:33: Und das hat ja auch die Schulgemeinschaft mit dieser ... mit dieser Erklärung im Prinzip, dass sie sich alle bereit erklärt haben, damit zu machen, ja auch gesagt, mit dieser Absichtserklärung zu sagen, wir greifen ein, wir machen was und dazu gehört das, glaube ich, dann schon auch.

00:22:46: Ja, unbedingt.

00:22:47: Und ich würde an der Stelle erst mal sagen, dass ich mich total auf nächsten Dienstag freue und wirklich das ganz toll finde, dass wir in dieses Netzwerk aufgenommen werden.

00:22:59: Noch viel mehr freue ich mich darüber, dass das ja wirklich auch eine Initiative ist, die ganz, ganz wesentlich auch von Schülerinnen Schlarin, muss ich an der Stelle vorangetrieben worden ist.

00:23:10: Dafür bin ich total dankbar, auch über die große Resonanz bei der Abstimmung, dass das jetzt alles auf den Weg gebracht wird.

00:23:21: Natürlich freue ich mich auf diesen Festakt.

00:23:23: Was ich aber viel wichtiger finde als diesen Festakt, ist das, was damit eigentlich in Verbindung steht, dass wir das leben.

00:23:31: Dass wir uns jetzt nicht eine schöne Plakette nächste Woche in die Aula hängen, sondern dass wir es auch ernst nehmen damit.

00:23:38: Also ich glaube zu sagen, wir schaffen einen Ort völlig frei von ... frei von Rassismus.

00:23:50: Und

00:23:50: Diskriminierung ist total wünschenswert.

00:23:55: ist vielleicht an bestimmten Stellen stückweit utopisch.

00:23:58: Aber ich glaube, wir müssen uns wirklich zur Aufgabe machen, uns zu diesen Themen zu verhalten.

00:24:03: Das, was du gerade schon gesagt hast, den Mut aufzubringen, das, wenn wir so was mitbekommen, da uns auch entschieden gegenzustellen.

00:24:09: Uns auch zu überlegen, wie können wir uns da gegenseitig unterstützen?

00:24:12: Wie können wir helfen?

00:24:13: Und wie können wir Leute, die sich in so einer Form auch äußern, ganz deutlich und klar auch in ihre Schranken weisen?

00:24:19: Genau.

00:24:19: Und da werden wir auch schon im Prinzip wieder, können wir so einen Bogen zu kann, schlagen.

00:24:23: wir habe, den Mut dich dann ... das Verstandnis zu bedienen.

00:24:26: Dieser Verstand, der einem sagt, so eine Äußerung geht hier echt gar nicht.

00:24:31: Da ist ja auch wieder diese Handlungsaufforderung im Prinzip da, etwas dagegen zu tun.

00:24:37: Ja, wir sind eigentlich schon wieder am Ende dieses Podcast.

00:24:42: Also ich wundere mich immer, wie schnell dann die Zeit vergeht.

00:24:44: Wie geht's dir?

00:24:45: Ja, ich hätte das jetzt auch nicht gedacht, dass wir, was hast du vorhin gesagt, ungefähr eine halbe Stunde sprechen wir miteinander, dass die schon um ist.

00:24:51: Ja, das geht.

00:24:52: Das

00:24:52: fühlte sich jetzt deutlich kürzer an.

00:24:54: Ja, genau.

00:24:55: Also es ist immer sehr kurzweilig, finde ich auch.

00:24:57: Und das haben bis jetzt alle Gäste so gesagt.

00:24:59: Und schon große Pläne fürs Wochenende, außer hoffentlich Entspannung bei schönem Wetter.

00:25:05: Ja.

00:25:07: Bei uns gibt's die Weihnachtsbeckerei am Wochenende.

00:25:10: Boah, ihr seid ja megaorganisiert.

00:25:11: Warte mal, die Bibelnahme heute.

00:25:12: Oder haben wir dann den zehnten November

00:25:15: oder ähnliches?

00:25:16: Das ist die, glaube ich, eher daran, dass fast alle anderen Wochenende mit anderen Aktionen belegt sind.

00:25:21: Ja, okay.

00:25:21: Aber es ist doch gut, die Plätzchen halten sich ja.

00:25:23: Oder du bringst sie hier im Lehrerzimmer vorbei, da werden sie bestimmt reißenden Absatz finden.

00:25:29: Ja.

00:25:29: Okay, dann würde ich sagen, haben wir schon ... Ein gewisses Weihnachtsfeeling nehmen wir jetzt mit Troststrahlen im Sonnenschein und immer noch Wärme.

00:25:38: Und ja, freuen uns alle dann auf die selbstgebackene Plästchen von Frau Pesche.

00:25:44: Und ja, ich würde sagen, liebe Zuhörer, ich finde super, dass ihr wieder dabei wart.

00:25:49: Und mir hat das Gespräch auch sehr viel Spaß gemacht.

00:25:52: Ich habe wieder Neues erfahren.

00:25:54: Und ich freue mich schon aufs nächste Mal.

00:25:57: Macht's gut, ihr Lieben.

00:25:58: Bleibt alle gesund und munter.

00:26:00: Bis bald.

00:26:01: Tschüss!

00:26:05: Das war eine weitere Folge des Podcasts des Immanuel Kantgymnasiums Münster-Hildrup.

00:26:12: Moderation Nina

00:26:13: von Manstein

00:26:15: Technik Ben Abig.

00:26:17: Kontakt über www.podkant-at-kant.ms.de.

00:26:23: Wir freuen uns über jede E-Mail von euch.

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