Folge 7 - PodKANT mit KANT-Abiturient Tim
Shownotes
In dieser Folge gibt euch Tim aus der Q2 Einblicke in sein Leben als Schüler am KANT! Erfahrt etwas über Startschwierigkeiten, aber auch über das Motto “Scheiter heiter!”, das für Tim in der letzten Zeit sehr prägend geworden ist. Hört euch es euch an – und seid überrrascht!
Kontakt: podkant@kant.ms.de Moderation: Nina von Manstein Technik: Ben Abbing Erstveröffentlichung: 11.04.2023
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00:00:01: Herzlich willkommen!
00:00:02: Das ist endlich wieder soweit.
00:00:06: Ich schaffe es mal wieder, einen Podcast aufzunehmen.
00:00:09: Und zwar herzlich willkommen beim Podcast.
00:00:12: Ihr kennt ja inzwischen, hoffe ich, unser Format und natürlich auch den Namen unseres Formates.
00:00:17: Und ich muss ganz ehrlich sagen, ich mache das eigentlich so gerne.
00:00:21: Und ich hätte super gerne viel, viel mehr Zeit dafür.
00:00:24: Aber der Schulalltag als Lehrerin, der fordert einen dann doch manchmal mehr.
00:00:29: Und man kann das, was man so gerne macht, dann leider doch nicht so oft machen, wie man es gerne möchte.
00:00:33: Aber nicht beklagen, jetzt bin ich ja da.
00:00:36: Und jetzt mache ich das, was Bock macht, wobei Unterricht macht mir auch Bock.
00:00:42: Also ich bin auch gerne Lehrerin.
00:00:43: Das hoffe ich strahle ich auch aus.
00:00:46: Aber ja, so diese Dinge hier, die so über das Unterricht nicht hinausgehen, sind einfach auch immer total spannend, gerade weil man mit unterschiedlichsten Leuten zusammenkommt auf eine Art und Weise, die man natürlich sonst nicht so hat.
00:00:58: Und das ist für mich dann schon ein Privileg und das macht mir total Spaß.
00:01:05: Deswegen halt so dieses, dass die Sache würde ich gerne öfter machen.
00:01:09: Naja, also wie gesagt.
00:01:11: Auch heute begrüße ich euch aufs Herzlichste.
00:01:14: Ich finde super, dass du wieder eingeschaltet hast und dass du dir jetzt hoffentlich ein bisschen entspannte Zeit gönnst, dir das hier anzuhören.
00:01:22: Und damit du nicht die ganze Zeit nur meinem Gesetze zuhören musst, habe ich heute auch einen ganz interessanten Gast natürlich hier bei mir und möchte ganz herzlich den Tim Decker aus der Q-Zwei begrüßen.
00:01:33: Hallo Tim.
00:01:34: Hallo, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer.
00:01:39: Ich freue mich hier zu sein.
00:01:41: Und ich habe Bock, ein bisschen zu reden.
00:01:45: Und ich bedanke mich für die Möglichkeit, die ich hier habe, ein bisschen auch mal von dem Gehirnschmalz, den man so hat, ein bisschen was loszuwerden.
00:01:54: Ja, finde ich super gut.
00:01:55: Also ich weiß ja, dass du unseren Podcast regelmäßig hörst.
00:01:59: Das finde ich auch total cool.
00:02:00: Du hast mir auch schon Rückmeldungen dazu gegeben.
00:02:03: Und ja, dadurch sind wir dann darauf gekommen, dass du hier auch mal super gekommen bist.
00:02:08: Und
00:02:10: wie geht's dir?
00:02:10: Du bist jetzt in der Q-Zwei und hast eigentlich gar nicht mehr viel Zeit hier am Kanton vor dir.
00:02:14: Wie ist es im Moment so, die Stimmung und alles?
00:02:17: Ja, es ist natürlich jetzt erstmal schön, die ganzen Vorbitur-Klausuren fertig zu haben.
00:02:21: Und es ist ja jetzt nur noch die Abitur-Klausuren, die richtigen, nach den Osterferien dann.
00:02:28: Mal gucken, ob ich da dann ein bisschen was für lerne.
00:02:30: Es ist aus dem Sinn ein bisschen kurz gekommen vielleicht.
00:02:35: Aber ich bin gespannt, wie das so wird.
00:02:38: Ich freue mich auch darauf auf die Zeit danach.
00:02:40: Das ist ja dann ein komplett neuer Lebensabschnitt.
00:02:42: Natürlich auch mit ein bisschen Angst verbunden.
00:02:45: Aber einfach ein bisschen Vertrauen ins Leben zu haben, vielleicht hilft, glaube ich, häufig.
00:02:52: Das klingt echt schon mal sehr optimistisch, auch nach Zweckoptimismus.
00:02:58: Oder bist du schon eher ein Mensch, der sagt, na ja doch.
00:03:01: Das läuft, wird schon laufen.
00:03:03: Es fällt mir häufig einfacher, in Gemeinschaft so optimistischer zu sein, wenn man mit jemandem redet oder so.
00:03:11: Wenn man dann alleine ist, dann kommen doch häufig eher die negativen Gedanken hoch.
00:03:19: Deswegen in Gemeinschaft bin ich generell ein bisschen optimistischer.
00:03:24: Es ist auch vielleicht so, die Pessimisten haben vielleicht häufiger Recht, aber dafür leben die Optimisten ein besseres Leben.
00:03:33: Ja, auf jeden Fall, weil letztendlich ist es ja so, wenn man sagt, mein Gott, du bist immer so optimistisch, dann könnte ich auch sagen, mein Gott, du bist immer so pessimistisch.
00:03:43: Ich finde auch, das ist ja eigentlich eine... Natürlich eine bewundernswerte Art, andererseits auch etwas, was eigentlich allen gut tut.
00:03:50: Also warum sollte ich sagen, oh ja, ich bin auch voll, ich bin halt auch echt gern pessimistisch, sagt ja irgendwie auch keiner so.
00:03:57: Und jetzt so in der Q-Zwei ist das so, dass du sagst, jetzt freue ich mich auch, dass es zu Ende ist und ich das Kant verlassen kann.
00:04:05: oder ist da auch so ein weinendes Auge dabei?
00:04:07: Ich will das jetzt nicht rauskitzeln, du darfst ganz ehrlich sein.
00:04:10: Also, ich fand die Schule immer als Ort von Bildung immer sehr schön, eigentlich.
00:04:16: Dass man da halt einfach ganz ein großes Maß an Wissen irgendwie mitgeteilt bekommt.
00:04:22: Von Leuten, die das halt beruflich machen und die das auch weiter lehren möchten und so.
00:04:28: Danke schön.
00:04:28: Ich find mich geerrt, ja.
00:04:30: Und das hab ich halt immer sehr geschätzt.
00:04:33: Und auch das Miteinander, dass man da halt auch reingeworfen wird in ... in so eine Gruppe, Menschengruppe und sich dann durch die Zeit mit den Jahren halt anfreundet und da ganz neue Beziehungen jetzt entstehen und so.
00:04:54: Das habe ich immer wertgeschätzt, aber ich glaube auch in der Zukunft, dass man dann, wenn man zum Beispiel studiert irgendwie, dass man dann natürlich ein bisschen eher mit Leuten zusammenkommt, die die eher ähnlich denken und so und dass man dann eher in so einer, also nicht unbedingt in so einer Bubble ist, aber eher mit Leuten ist, mit dem man sich besser versteht, die halt ein bisschen einen ähnlicheren Horizont haben, weil das halt eben nicht so komplett gemischt ist wie in der Schule und so ganz, ganz viele verschiedene Sachen aufeinandertreffen, sondern halt so ein bisschen in Richtung geht.
00:05:32: Aber das ist natürlich auch in der Schulzeit erst entstanden, diese Entwicklung.
00:05:38: Ja, deswegen, also ich kann es sowieso nicht ändern.
00:05:43: Deswegen versuche ich mich halt darauf zu freuen.
00:05:46: Okay, und insgesamt so am Kant warst du hier von Anfang an so, dass du gesagt hast, juhu, Gymnasium, jetzt geht es richtig zur Sache oder in der ab der fünften Klasse?
00:05:56: Ja, also am Anfang war es ein bisschen schwierig, meine Schullaufbahn quasi.
00:06:02: Es war dann halt mit ein bisschen Angst verbunden und so, dass ich halt viel Ja, also am Anfang dann von der vierten Klasse auf die fünfte Klasse halt ein großer, großer Unterschied und auch nicht so viele Leute, die ich dann kannte und so und dann auch eine direkte große Klasse.
00:06:19: Ich glaube, wir waren irgendwie dreidreißig Schüler
00:06:21: in.
00:06:22: Das war dann schon ordentlich und dann hat es auch dazu ein bisschen geführt, dass ich halt eine Zeit lang dann nicht zur Schule gegangen bin.
00:06:33: Und da dann auch ziemlich viel gelernt habe und so.
00:06:36: Und dann irgendwie eine Zeit später dann halt wieder in die Schule kam.
00:06:42: Aber es war auf jeden Fall also ein interessanter Lebensabschnitt, den ich sehr schätze, dass ich den erlebt habe, weil ich da halt sehr viel daraus mitgenommen habe auch.
00:06:49: Okay.
00:06:50: Und fühlst du dich denn am Kant hier einigermaßen aufgefangen, mit auch deiner gewissen Angst hier zur Schule zu gehen?
00:06:57: Oder war das so, na ja, da bin ich eigentlich eher selber rausgekommen oder durch private Hilfe oder ...
00:07:02: Ja, auf jeden Fall.
00:07:03: Also natürlich auch ich habe da einen großen Beitrag dazu geleistet, aber auf jeden Fall auch die Unterstützung der Schule war auch echt gut, gerade die, also auch nochmal einen Dankeschön an Frau Stattler, an Herr Becker und Frau Adler, die da mich wirklich sehr unterstützt haben.
00:07:23: Ich möchte denen das auch noch mal persönlich sagen.
00:07:26: Wirst du bestimmt noch Gelegenheit finden?
00:07:27: Habe ich jetzt hier mit manifestiert.
00:07:29: Genau.
00:07:31: Aber die haben mich da auf jeden Fall unterstützt und auch sich wirklich reingehängt.
00:07:36: Auch irgendwie dann zum Beispiel... eine Postkarte aus der von der Klassenfahrt aus Just geschickt, wo dann alle irgendwie unterschrieben haben aus der Klasse.
00:07:47: Ja, cool.
00:07:47: Und das war dann auch, dass ich dann halt immer noch Teil war, obwohl ich halt eine Zeit lang nicht in der Schule war.
00:07:53: Das war dann auch sehr schön.
00:07:55: Ja, und ich meine allein schon, dass du dich da jetzt wirklich noch so genau drin erinnerst, dass du diese Postkarte bekommen hast.
00:08:00: Das war ja Klasse sechs, das ist ja auch schon ein bisschen her.
00:08:03: Das zeigt ja, wie sehr das für dich auch wichtig war, dass du da wahrgenommen wurdest und das freut mich.
00:08:08: Und es freut mich auch, dass man sieht, dass anscheinend doch die Mechanismen funktionieren, Schüler auch hoffentlich aufzufangen, die da mal... Probleme, welche auch immer Art haben, ob es Angst ist, zu Schule zu gehen oder ähnliches.
00:08:23: Das finde ich gut.
00:08:25: Und auch, dass du selber so offen damit umgehst, fällt dir das leicht?
00:08:29: Oder ist das was, was du lernen musstest so für dich?
00:08:32: Oder sagst du auch, ich besser so, als wenn ich das in mir verschließe?
00:08:37: Ja, also ich bin halt erst mal stolz darauf, dass ich das halt wieder so geschafft habe und so.
00:08:42: Deswegen kann ich das auch mit ein bisschen stolz erzählen.
00:08:47: Und es ist halt auch einfach, finde ich, inspirierend und schön zu hören, dass es halt so welche Geschichten gibt, dass es halt, wenn es einem nicht gut geht, dass es dann halt immer Leute gibt, die einem helfen, die einem wieder dich zurecht rütteln, so ein bisschen auch.
00:09:02: Und dass es halt halt immer diese Unterstützungsmaßnahmen gibt und dass man sich auch mal fallen lassen kann und die Angst halt auch berechtigt ist, wenn man sie wirklich so fühlt, weil das Gefühl... einfach so das Wichtigste, was ein Mensch hat.
00:09:15: Und darauf sollte man halt immer eingehen und das wertschätzen und das nicht irgendwie in sich rein fressen und so, weil das halt sehr schnell auch gefährlich werden kann.
00:09:25: Ja, also das ist ein wirklich guter Hinweis.
00:09:29: Auch eine gute Zusammenfassung, finde ich, wurde so auf Gefühle gekommen.
00:09:34: Wir haben uns ja auch immer ... Ich hab dich ja im Engelschleißungs-Kurs und da kam ja auch immer mal wieder auf diverse Themen und du hattest mir jetzt erzählt, dass du ein ganz neues Hobby gefunden hast und ich glaube, das hat auch mit dem Ausdruck von Gefühlen sehr viel zu tun und deswegen würde ich da gerne einmal so drauf kommen.
00:09:52: Du hast ja vom Impoteater erzählt.
00:09:54: Vielleicht magst du mal kurz sagen, was das überhaupt genau ist, weil ich glaube nicht, dass das allen Kantianerinnen so geläufig ist und ja auch... ein bisschen erzählen, was das für dich bedeutet.
00:10:08: Improtheater ist halt eine freie Form des Theaters, wo man einfach improvisiert und ganz freie Szenen spielt und da dann ein paar Charaktere auf der Bühne zusammentreffen und man einfach so das heraus spielt, was einem einfällt oder so.
00:10:24: Und darauf bin ich gekommen durch den Literaturkurs in der Q. mit Frau Murra.
00:10:33: Da haben wir in dem ersten halb Jahr Improtheater gemacht und das hat mir irgendwie so ein Funkel, da war da auf jeden Fall.
00:10:44: Und ich hatte dann irgendwie Bock weiter zu machen.
00:10:46: In dem zweiten halb Jahr haben wir das dann leider nicht mehr weiter gemacht.
00:10:48: Da haben wir dann was anderes gemacht.
00:10:50: Aber ich hatte dann auf jeden Fall gesucht im Internet so nach ein paar Sachen.
00:10:55: Und dann bin ich halt auf eine Seite gestoßen.
00:10:59: Frei und improvisiert heißt das.
00:11:01: Und das ist eine Hochschulgruppe.
00:11:03: Und die machen das in Münster.
00:11:06: Kannst du noch mal genau erklären, was im Pro Theater so ist?
00:11:08: Was macht man da?
00:11:10: Also es läuft so ab, also so eine typische Stunde läuft quasi so ab, dass also man trifft sich und dann macht man erstmal so ein bisschen so ein Aufwärmtraining irgendwie, dass man halt die die Gesichtsmuskulatur ein bisschen aufweicht und dass man das ein bisschen besser kontrollieren kann.
00:11:26: Das kenne ich auch vom Gesangstraining.
00:11:28: Genau,
00:11:29: und die Stimme kann man dann auch aufwärmen mit bestimmten Übungen und dann auch das Miteinander irgendwie, dass man dann halt beispielsweise eine beliebte Übung ist, halt so ein Raumlauf, da geht man dann durch die Art durch.
00:11:39: einen Raum, alle Leute gehen da durch einen Raum, ganz durcheinander, aber ungefähr gleichmäßig im Raum verteilt.
00:11:44: Man stellt sich dann quasi vor, dass das so ein Floß ist und dass das nicht irgendwie auf einer Seite rüber kippen darf.
00:11:50: und dann geht man halt so ein bisschen auf die anderen Leute ein und man muss gucken, ja wer ist da, wie bewegt er sich und wo ist der gerade im Raum?
00:11:57: und so, dass man halt so eine leichte Wahrnehmung dafür findet.
00:12:03: und dann wenn man das Aufwärmen so ein bisschen hinter sich gebracht hat oder eigentlich also das Aufwärmen ist auch immer sehr cool.
00:12:12: Dann fängt man meistens an mit einem Marathon.
00:12:14: Das ist eine ganz normale Übung beim Impro.
00:12:19: Das funktioniert dann so, dass dann irgendwie so zwei Leute am Anfang auf der Bühne stehen und dann gibt man zum Beispiel eine Vorgabe beispielsweise.
00:12:29: Ein ort muss vorgegeben werden und dann stehen die beiden auf der bühne und dann fragt man das publikum nach einem ort und dann ist der ort zum beispiel Im barnhof oder so kann man es komplett improvisiert kann man seiner kreativität freien lauf lassen und dann hat man diese Szenerie quasi mit dem Ort, in dem Beispiel der Bahnhof.
00:12:57: Und dann sind die beiden da auf der Bühne und dann spielen die einfach eine Szene und sagen, dass was ihnen so einfällt.
00:13:08: Der Grundsatz bei Mimpro ist auch scheiter, heiter.
00:13:10: Es kann auch schiefgehen, aber dann ist das halt so.
00:13:13: Das kann halt auch sehr lustig sein.
00:13:16: Und es ist halt einfach frei raus, so das, was man gerade denkt, das, was man gerade sagen möchte.
00:13:20: Okay.
00:13:21: Also ich könnte völlig frei wählen, ob ich jemand bin, der gerade seinen Zug verpasst hat oder ob ich ein Schaffner bin.
00:13:27: Schaffner heißt das wahrscheinlich gar nicht mehr.
00:13:29: Zugbegleiter bin, der irgendwie keine Ahnung was macht oder ob ich vielleicht keine Ahnung, ein Obdachloser bin, der betteln muss am Bahnhof oder ähnliches.
00:13:39: Okay.
00:13:40: Und wie stelle ich mir so was vor, wenn man so was aufführt?
00:13:43: Weil ich meine, jetzt hast du ja über die Proben gesprochen.
00:13:45: Wie läuft das denn, wenn man wirklich sagt, wir haben jetzt eine Aufführung?
00:13:49: Genau.
00:13:49: Also bei Frauen improvisiert gibt es keine Aufführung oder so.
00:13:53: Das heißt, das ist einfach nur ein Training, dass man so ein bisschen Spaß hat und quasi auch besser wird.
00:14:00: Aber es gibt auch halt Aufführung für Impro Theater.
00:14:04: Und da kann man dann, je nachdem ... wie groß das Publikum ist, das Publikum halt anderweitig irgendwie einbinden noch, dass man dann halt, dass manche dann mitspielen oder so vielleicht oder dass da halt auch die Vorgaben von denen noch mal verstärkt kommen.
00:14:20: Es gibt zum Beispiel auch das Spiel Stop Neue Wahl.
00:14:23: Das wird dann halt eine Szene auf der Bühne gespielt und man kann dann immer, wenn man das möchte, aus dem Publikum sagen, Stop Neue Wahl und dann muss der Spielende auf der Bühne einen neuen Satz sagen.
00:14:36: und dann, wenn man dann zum Beispiel auf der Bühne ist und sagt, ich möchte jetzt das Buch lesen und dann kommt aus der Publikum Stop Neue Wahl.
00:14:45: Oh nee, das Buch möchte ich echt nicht lesen.
00:14:47: Dann ist es halt immer wieder neu und dann kann man halt irgendwie so fünfmal hintereinander sagen.
00:14:51: Und das ist dann immer sehr lustig, was dann da für Szenen auch raus entstehen, weil man sich dann immer wieder ad hoc ganz schnell entscheiden muss, aber halt einfach das... Also es hat auch viel mit Vertrauen zu tun, Vertrauen in sich selber.
00:15:04: Dass man halt einfach weiß, mir passiert hier nichts, das ist ein geschützter Rahmen.
00:15:08: Wenn ich scheitere, dann ist das halt gut, ist das okay, dann ist das gut.
00:15:12: Und man spielt einfach das, was einem einfällt, das, was gut ist.
00:15:17: Ich hab mich da sehr drin verliebt.
00:15:19: Ich könnte mir vorstellen, dass man da auch unglaublich viel lacht, oder?
00:15:22: Ja.
00:15:23: Das hört sich für mich jetzt wirklich gerade schon so an, dass man da mega viel Spaß haben kann.
00:15:29: Eben weil, wie du sagst, als wenn man scheitert, auch das kann ja irgendwie in die Umwelt was ganz Lustiges hervorbringen.
00:15:36: Ja, super.
00:15:37: Also bestimmt auch ein Hobby sozusagen, was einen sehr ... Ja, sehr entspannt und wo man hinterher nach Hause geht und fröhlich ist, oder?
00:15:47: Ja,
00:15:47: also man kann halt beim Impro Theater man kann halt einfach loslassen und man muss sich da irgendwie keine Gedanken machen oder wie beim normalen Theater vielleicht irgendwie so ein Text auswendig lernen und so was, sondern das ist halt einfach frei raus, das was einem einfällt und einfach mal loslassen auch vom Alltag von den Gedanken und Gedankenkarussellen auch.
00:16:06: Ja, klar.
00:16:07: dass man da einfach raus geht und Spaß hat und sich da halt keine Gedanken.
00:16:13: Gehst du denn auch, hast du beruflich irgendwie was angedacht Richtung Theater oder Ähnlichem?
00:16:19: Du bist ja, stehst ja ist schon vor dieser Entscheidung wahrscheinlich schon seit ja auch einigen Monaten, dass du dich damit beschäftigst oder vielleicht sogar länger?
00:16:26: Ja, also ich habe schon ein paar mal mit den, also es sind hauptsächlich Studierende, die da mitmachen, bei frei und improvisiert.
00:16:34: Und mit denen hatte ich mich schon ein paar mal ausgetauscht, irgendwie was die so machen.
00:16:37: Da habe ich auf jeden Fall auch sehr viel mitgenommen und da hatte ich auch mal drüber geredet über so Theaterpädagogik, was ja auch ein schönes Feld ist, wo man viel Zeit mit verbringen kann in seiner Arbeit.
00:16:52: Und ich hatte mich auch bei einem FSJ für einen FSJ beworben.
00:16:55: ... auch in Richtung Theater so.
00:17:00: Ja.
00:17:01: Und es wird auch, also beim normalen Theater wird auch im Pro Theater häufig als Aufwärmethode so benutzt.
00:17:07: Ja.
00:17:08: Deswegen, das hängt ja auch alles irgendwie miteinander zusammen.
00:17:12: Also es gibt auf jeden Fall so ein paar Überlegungen in die Richtung.
00:17:15: Aber so ganz genau ... ... habe ich mir da noch nicht für die Zukunft Gedanken gemacht, weil es halt auch immer mit ein bisschen Angst verbunden ist irgendwie.
00:17:25: weil es halt so ungewiss ist und so ein komplett neuer Lebensabschnitt und dass man das dann auch manchmal eher ein bisschen wegschiebt, als sich damit zu auseinanderzusetzen.
00:17:34: Ja, klar.
00:17:35: Ja, bei mir stand schon relativ schnell fest, aber ich kann mir das schon vorstellen, wenn man da irgendwie unsicher oder wenn man es einfach nicht weiß, es gibt auch so viele unterschiedlichste Berufe.
00:17:45: Und ja, wir als Lehrer, Lehrerinnen haben ja auch
00:17:49: viel...
00:17:50: gerade in den letzten Jahren vieles Neues einbringen müssen.
00:17:54: Ich denke da jetzt mal gerade dran, weil du ja auch einer Dating bist, die jetzt schon seit zwei Jahren mit dem iPad im Unterricht regelmäßig umgehen müssen.
00:18:05: Wie stehst du denn dazu?
00:18:06: Ich mich interessiert das immer so, wie Schülerinnen und Schüler das so sehen, den Umgang damit.
00:18:12: Ist das was, was dich jetzt bereichert hat für unseren Unterricht oder ist das was, wo du sagst, na ja, also ehrlich gesagt, vorher fand ich es besser?
00:18:19: Also, ich finde es auf jeden Fall eine gute Sache, dass es halt so ein bisschen weitergeht mit Digitalisierung und so in die Richtung.
00:18:27: Aber ich fand, es war ein bisschen, es war so relativ schnell, dass das passiert ist.
00:18:31: Auf einmal hatten wir dann alle iPads irgendwie.
00:18:34: Und davor war irgendwie nicht so eine wirkliche Übergangsphase oder so, sondern das war jetzt einfach so.
00:18:38: Und man hat sich dann dementsprechend auch als Digital Native so ein bisschen halt schnell dran gewöhnt auch mit den iPads.
00:18:45: Ja.
00:18:46: Aber ... Es war halt ein bisschen schnell, vielleicht auch ein bisschen voreilig, dass man da halt nicht irgendwie wirklich viele Informationen jetzt zu bekommen hat und auch gerade die Lehrkräfte damit dann auch am Anfang nicht ganz so gut mit klar kam alle.
00:19:00: Ich
00:19:00: weiß überhaupt gar nicht, was du meinst.
00:19:01: Also das muss woanders gewesen sein.
00:19:03: Nein, alles gut.
00:19:04: Aber was natürlich sehr praktisch ist, was ich jetzt merke, ist, dass man halt die ganzen Sachen auch für Abiturvorbereitung und so, man kann die halt ganz einfach aufrufen, indem man mit ein paar Klicks halt sich ein bisschen durchklickt bei den OneNote Ordnern.
00:19:17: und das ist halt sehr praktisch, aber was natürlich ein bisschen gefährlich ist in der Entwicklung durch die Digitalisierung mit den iPads in dem Klassenraum ist natürlich, dass man dann auch, was ich auch insgesamt als gefährlich ansehe, halt diese Informationsflut, die man wirklich hat, weil es ist ja jetzt schon so, wenn man irgendwas im Internet recherchieren möchte, man wird hier immer völlig erschlagen von diesen ganzen Informationen und es wird ja auch eine immer wichtigere Fähigkeit, wird ja auch immer eine wichtigere Fähigkeit so zu ordnen und Sachen von falsch zu falsch oder falsch oder wahr zu unterscheiden und so generell dieses unterscheiden.
00:20:04: Es wird halt sehr wichtig.
00:20:06: und dass man da dann halt auch die ganze Zeit Zugang hat und natürlich der Mensch von Natur aus neugierig ist und man es dann halt auch nicht wirklich lassen kann, wenn man da halt dieses Gerät vor sich hat und man dann halt da quasi alles hat oder als Entscheidung der Lehrkraft irgendwie zuzuhören, dann wird die Entscheidung so manchmal ein bisschen beeinflusst dadurch, dass man dann halt einfach diese ... enorme Flut hat an Informationen und das da halt auch schnell zu einer Reizüberflutung kommen kann.
00:20:41: Ich merke das auch bei mir häufig.
00:20:43: Das ist halt einfach, wenn ich dann irgendwas nachgucken möchte.
00:20:47: Oder ich gehe eigentlich an mein Handy, um irgendwas zu machen.
00:20:51: was bestimmtes zu googeln oder so und dann sehe ich da eine Benachrichtigung, dann klick ich da erstmal drauf, dann komme ich von dem, von dem, von dem zu dem und dann lege ich das Handy wieder weg und mache dann an dem weiter, was ich eigentlich machen wollte.
00:21:02: und dann merke ich, ich wollte ja eigentlich was ganz anderes am Handy machen.
00:21:06: Man ist halt immer, man ist immer unterhalten und man hat halt auch gar keine lange Weile mehr, weil man halt immer diese Unterhaltung hat durch soziale Medien, also Instagram.
00:21:16: TikTok, Netflix und diese ganzen Plattformen bieten einem halt die ganze Zeit Unterhaltung und es ist einem halt nie wieder langweilig eigentlich.
00:21:26: Ja, genau.
00:21:27: Und
00:21:27: das ist gefährlich, finde ich.
00:21:28: Ja, ich finde das auch teilweise, oder ich finde das auch wirklich gefährlich.
00:21:32: Natürlich, lange Weile ist zu mir, erstmal denkt man ja, das ist ein Gefühl, das ich nicht unbedingt haben möchte.
00:21:37: Aber im Grunde genommen, warum eigentlich nicht?
00:21:39: Also es setzt erstmal auch, glaube ich, so eine gewisse Kräfte frei, weil wenn ich sage, ich möchte mich nicht mehr langweilen, dann muss ich ja kreativ werden und mir überlegen, okay, wenn ich mich nicht mehr langweilen will, was, was könnte ich denn dann machen?
00:21:51: Könnte ich doch was Cooles machen?
00:21:53: Naja, und am Handy datteln ist er so gesehen oder ein Computer-Spiezmann ist ja eigentlich nicht unbedingt dann sofort das Coole, weil es setzt ja nichts frei, sondern ich lasse mich eigentlich ja eher nur wieder bespaßen oder so mehr oder weniger.
00:22:06: Und ich stelle das auch so fest, dass dadurch der Alltag total Ja, immer so unruhig ist, weil, wie du schon sagst, man hat nie Phasen, in denen man sich langweilt.
00:22:16: Also zum Beispiel so Sachen.
00:22:18: Früher, dann habe ich an der Bushaltestelle rumgestanden.
00:22:20: Ich habe halt einfach rumgestanden und das Einzige, man konnte sich Leute angucken oder den Verkehr oder was weiß ich, oder wenn man ganz, ja, sich gar nicht langweilig wollte, hatte man vielleicht eine Zeitung dabei, eine Zeit trifft besser gesagt oder ein Buch.
00:22:37: Aber, ja, oder im Wartezimmer, ich meine, wer sitzt denn heute noch einfach so im Wartezimmer rum?
00:22:42: Oder an der Brusthaltestelle rum?
00:22:43: Also, ich glaube, von dem Neunzehn Prozent der Menschen sind in dem Moment am Handy.
00:22:49: Und das ist schon, glaube ich, manchmal fürs Gehirn auch gar nicht so gut, weil es ist irgendwie immer auf Sendung.
00:22:54: Es ist immer auf Empfang.
00:22:56: so, oh, jetzt kriege ich hier wieder ein, wie du schon gesagt hast, kriege ich hier wieder eine Nachricht, jetzt kriege ich hier wieder ein TikTok-Video zugeschickt oder ähnliches.
00:23:02: Also ich glaube für unsere Gehirne ist es doch manchmal gut, wenn sie sowas alles nicht haben und einfach mal sagen, so, jetzt gucke ich einfach nur mal dumm in die Gegend.
00:23:10: Aber wer macht das schon, ne?
00:23:11: Guckst du mal einfach nur dumm in die Gegend?
00:23:15: Oder vielleicht auch nicht dumm, vielleicht auch sehr klug in die Gegend?
00:23:19: Also ich versuche es halt manchmal irgendwie halt diese bewussten Phasen ein bisschen zu haben, dass man halt auch, also ich habe auch... in Richtung Meditation, hab ich nicht häufig gemacht, aber ich hab mich damit ein bisschen auseinandergesetzt und halt dann auf YouTube oder so, so ein, zweimal so was versucht.
00:23:35: Und das hat auch gut funktioniert eigentlich.
00:23:37: Oder nicht ein, zweimal, so zwei, drei mal.
00:23:41: Ich hab das auf jeden Fall schon mal versucht.
00:23:43: Und es hat halt sehr gut getan, weil man dann halt einfach beim Meditieren zum Beispiel versucht, an nichts zu denken.
00:23:51: So, Mittagspause vorbei.
00:23:52: Jetzt wird es wahrscheinlich im Hintergrund ruhiger, ihr habt möglicherweise
00:23:55: ... Jetzt wird dran geklotzt.
00:23:56: Bitte?
00:23:56: Jetzt wird dran geklotzt.
00:23:57: Ja, jetzt wird aber richtig malocht, also wirklich.
00:24:00: Ihr hört, der Ohrstufenraum ist hier nebenan, ihr habt wahrscheinlich im Hintergrund grade immer die Leute gehört, aber jetzt ist es ruhiger.
00:24:09: Ja, und beim Meditieren versucht man halt irgendwie, sich so eine, also meistens so eine weiße Fläche irgendwie vorzustellen mit nichts.
00:24:16: Und das hilft halt einfach ... damit man einfach mal abschalten kann und nicht von diesen ganzen Informationen irgendwie umgeben ist und davon, ja, ich finde überflutet ist halt tatsächlich ein guter Begriff dafür, weil der das Gehirn auch einfach nicht so viel Platz dafür hat und das einfach eine gefährliche Entwicklung ist.
00:24:38: Ja, total.
00:24:39: Also ich habe mal so eine Statistik gelesen, ich bin relativ schlecht darin, sowas dann komplett zu behalten, aber es ging in die Richtung, dass Die Informationen, die einen Menschen sagen, ich glaube, es ging um das neunzehnte Jahrhundert, die ein Mensch in seinem ganzen Leben im neunzehnten Jahrhundert aufgenommen hat.
00:24:59: Die Informationen nehmen wir heutzutage innerhalb von einer Woche oder so schon auf.
00:25:05: Und das ist natürlich was, wo du auch denkst, mein Gott, kein Wunder, dass man manchmal das Gefühl übermandt, dass einem der Kopf explodiert.
00:25:13: Denn da ist man, da ist ... Man dann glaub ich auch wirklich irgendwann überfordert mit und muss mal runterfahren.
00:25:24: So.
00:25:26: Es gibt noch ein ganz anderes Thema.
00:25:27: Ich welle ich schon die ganze Zeit im Hintergrund, wie ich so eine kluge Überleitung finden kann, aber ich hab sie nicht gefunden.
00:25:32: Also hau ich das jetzt einfach mal so raus, weil das einfach auch was ist, was mich sehr umtreibt und was ich ja hier an der Schule auch so mit ... auf den Weg gebracht habe und wo ich auch weiter daran arbeiten möchte.
00:25:46: Das ist so dieses Thema Rassismus und Diskriminierung im weiteren Sinne.
00:25:51: Wir sind ja im November in dieses Netzwerkschule und Rassismusschule mit Courage aufgenommen worden.
00:25:57: Da habe ich auch beim letzten Podcast mit Frau Petsch drüber gesprochen.
00:26:03: Und auch du hattest mir gesagt, dass das ein Thema ist, was dich interessiert.
00:26:08: wo du auch was zu sagen hast sozusagen.
00:26:12: Du hast mir gesagt, ja, du hättest da vielleicht sogar Ideen, wie man daran gehen könnte, wie das auch unter Schülern und Schülerinnen abläuft.
00:26:19: Das ist jetzt zum Beispiel auch was, was wir als Lehrerinnen und Lehrer oft gar nicht so mitbekommen.
00:26:23: Ist natürlich auch bestimmt oft unterschwellig ist oder irgendwo läuft, wo wir es nicht mitkriegen als Lehrkräfte.
00:26:31: Wie sieht das für dich aus?
00:26:32: Warum ist das für dich so ein Thema?
00:26:33: Du hattest mir das gesagt, dass das auch was ist, was dich interessiert.
00:26:43: Ja, also es ist halt einfach auch eben, weil man so viel mit so welchen Medien und so umgeben wird, bekommt man natürlich auch viel mehr mit.
00:26:51: Es gibt ja auch die FOMO heißt das, viel of missing out, dass man da dann halt einfach ganz ganz viel mitbekommt und auch Angst davor hat etwas nicht mitzubekommen.
00:27:00: Und dadurch eben, dass man ganz viel mitbekommt, ist halt ein positiver Effekt, dass man halt, wenn man sich ein bisschen damit beschäftigt und nicht... komplett unbewusst damit umgeht, dass dann natürlich auch so zu Aufklärung ein bisschen kommen kann, weil man halt weit weiß, okay, das geht so in der Welt ab und so und dann hat das man so ein gewisses Verständnis hat und gewisse Zusammenhänge verstehen kann.
00:27:26: und deswegen liegt es mir auch sehr im Herzen, dass halt einfach ein Raum geschaffen wird, gerade in Schulen, wo halt wo man halt einfach keine Angst haben muss, wo man nicht irgendwie in irgendeiner Weise mit Rassismus oder anderen Diskriminierungen konfrontiert, konfrontiert ist, weil man halt einfach durch diese sozialen Medien auch ganz, ganz viele Einzelfälle sieht, wie das ist und dass man dann auch wirklich versucht, also was ich ein bisschen predige auch, einfach diese Grundtoleranz, diese ein bisschen so ein... Grundempathie, dass man dann halt einfach wirklich versucht und wirklich versuchen sich in andere Personen rein zu versetzen und ich weiß, also das ist natürlich schwierig und so eine ideale Empathie ist auch nie möglich, aber dass man das halt einfach versucht und sich die Person anhört und sagt, wie gesagt, also das Gefühl ist das wichtigste, was ein Mensch hat und dass man dann auch wirklich fragt, wie fühlst du dich und wie würde ich mich fühlen in der Situation und dass man dann einfach wirklich versuchen, sich in die andere Person reinzuversetzen.
00:28:37: Ja.
00:28:39: Ist es denn so, dass du sagen würdest, das hättest du dir als Schüler gewünscht?
00:28:44: Da hast du das mal mitbekommen.
00:28:46: Das, was in der Richtung ja gesagt wurde oder dass jemand vielleicht verletzt war, ohne dass ein anderer wirklich gemerkt hat, weil eine Bemerkung überkam, die der oder diejenige als diskriminierend empfunden hat und dass du dir gewünscht hättest, dass da irgendwie anders reagiert worden wäre?
00:29:03: Ja, also diese, es ist so viele dumme Sprüche gibt es halt immer.
00:29:07: Klar, ja.
00:29:08: Und das dann auch die Frage, wie man da irgendwie wirklich intervenieren kann, was dann halt so im kleinen Stadt findet und dadurch lebt, das lebt Diskriminierung auch häufig noch einfach weiter, weil man es halt einfach an der, also ich muss sagen an der Oberfläche, gerade jetzt in so welchen Bildungseinrichtungen und so ist es schon gut bekämpft eigentlich.
00:29:28: Ja.
00:29:30: Aber halt im Untergrund ... ist es dann halt noch viel auch gerade dadurch, dass man dann halt vielleicht auch ein bisschen in die Richtung ich mache jetzt irgendwie was verboten ist oder so.
00:29:40: Ja.
00:29:41: Und also ich habe auch keine weiße Weste, so muss ich sagen.
00:29:46: Und
00:29:47: ich glaube, unbewusst diskriminieren wir alle oder was heißt alle, aber ja, in gewisser Hinsicht, ohne dass wir es uns, wie ich gerade schon sagte, ohne dass wir das eigentlich möchten, haben wir bestimmt alle auch schon mal etwas gesagt, was eigentlich so jemanden verletzt hat und es war uns nicht bewusst.
00:30:04: Aber ich finde auch, wie du gesagt hast, die Empathie aufzuhören.
00:30:06: Und wenn der andere Almes sagt und spiegelt und sagt, du, das fand ich jetzt gerade eigentlich gar nicht okay.
00:30:13: Da fühle ich mich schlecht bei, so wie du das gerade ausgedrückt hast.
00:30:17: Dass man eben in dem Moment nicht sagt, ja, wie, was ist dein Problem?
00:30:20: Habe ich doch gar nicht so gemeint und ich bin doch nicht rassistisch oder ich bin noch nicht fremdenfreundlich oder so.
00:30:25: Sondern dass man einfach mal zuhört und den Moment sagt echt.
00:30:28: Oh, das tut mir leid.
00:30:30: Das wollte ich so vielleicht gar nicht oder das wollte ich ganz bestimmt nicht.
00:30:35: Wie kann ich das anders machen?
00:30:36: Wie fühlst du dich damit?
00:30:37: Wie kann ich das besser machen?
00:30:39: Ich glaube, das ist oft noch so was, dass es dann so abgetan wird, so war doch nur lustig gemeint.
00:30:43: Und wenn der andere aber sagt, hey, für mich ist es aber nicht lustig.
00:30:46: Ich finde, das einfach schon mal zu akzeptieren ist schon ein ganz großer Schritt.
00:30:51: Und dann eben weiter zu gehen und zu sagen, okay, das möchte ich in Zukunft anders haben.
00:30:56: Das sehe ich auch so.
00:30:58: Aber da sind wir auch gerade am Anfang hier an der Schule.
00:31:00: Also zumindest in dem Sinne am Anfang, dass wir jetzt auch bald eine AG ins Leben rufen möchten.
00:31:06: Also eine Courage AG sozusagen.
00:31:11: Da sind wir jetzt gerade dran und möchten natürlich viele Schülerinnen und Schüler gewinnen, die auch bereit sind, dass wir da ... diverse Aktionen und Projekte machen, damit, glaube ich, auch noch mehr Bewusstsein geschaffen wird.
00:31:23: Und dadurch auch diese Empathie, die du eben angesprochen hast, halt mehr geschaffen wird noch.
00:31:31: Ja, wir haben jetzt schon ganz schön lange geredet.
00:31:33: Ich glaube, wir könnten auch noch viel länger sprechen.
00:31:35: Also, du hast wirklich viel zu sagen.
00:31:39: Du hast auch noch ein Kanziter.
00:31:41: Okay, welches hast du dir denn ausgewählt von den vielen?
00:31:45: intelligenten oder weniger intelligenten Dingen, die Kant so gesagt hat.
00:31:49: Genau, ich habe mir das Zitat ausgesucht.
00:31:51: Kein Mensch ist so wichtig, wie er sich nimmt.
00:31:54: Und ich finde das halt sehr weise, wie Kant war.
00:31:59: Nicht immer in allen Dingen, aber in vielen Dingen.
00:32:03: Und ich finde auch gerade, um auch vielleicht nochmal auf Improteater zurückzukommen, es ist einfach ganz wichtig, dass man sich halt als Mensch nicht die ganze Zeit so ernst nimmt.
00:32:12: weil man halt dadurch eine ganz ganz ganz viel Lebensfreude freischalten kann, wenn man das so möchte.
00:32:20: Durch eben nicht ernst nehmen und einfach mal ein bisschen Spaß haben und irgendwie alberne Sachen machen oder so.
00:32:26: Und wenn man dann beim Improtheater auf der Bühne steht und dann halt irgendwas einfach das sagt, was einem in den Sinn kommt und dadurch halt Spaß hat und auch einfach versucht, die Dinge zu verstehen.
00:32:39: Und dann auch, wie gerade mit der Empathie, wirklich versuchen, Dinge zu verstehen und das nicht so abzun, als was der Mensch halt relativ gerne macht, immer so ein neues Wegschieben und sich damit nicht so auseinandersetzen.
00:32:53: Aber was halt einfach ganz, ganz wichtig ist, dass man halt versucht, Dinge zu verstehen, irgendwie, warum bei so zum Beispiel in Büchern oder so, warum hat der oder die Autorin das jetzt geschrieben?
00:33:05: und dass man halt so ein bisschen dahinter versucht zu kommen und nicht das ganze direkt so wegschiebt.
00:33:11: und also um auf das ganze Tat zurückzukommen, dass man da dann einfach ganz viel Freude freischalten kann, wenn man sich selber nicht so ernst nimmt und auch ganz häufig einfach über sich selber lachen kann und mit sich selber halt auch Spaß hat, weil man sich halt eben nicht so ernst nimmt.
00:33:30: finde ich ein gutes Abschlusswort.
00:33:32: Spaß haben, das möchten wir doch auch wirklich alle.
00:33:34: Und unsere Zeiten sind nach wie vor schwierig.
00:33:37: Ihr habt gemerkt, liebe Kantianer und Kantianerin, ich habe euch am Anfang wieder auf ukrainisch bekommen geheißen.
00:33:45: Ich habe ja gesagt, solange dieser Angriffskrieg durch Russland angezettelt in der Ukraine tobt, werde ich das auch weiterhin machen.
00:33:54: Denn nach wie vor ist es mir ein großes Anliegen.
00:34:00: dafür einzusetzen, dass das nicht zu einer normalen Situation wird hier in Europa und eigentlich auch weltweit nicht.
00:34:06: Also ich wünsche mir nach wie vor, dass es eine irgendwie geartete Lösung gibt für diesen Konflikt, dass es Frieden gibt und die Menschen in der Ukraine wieder so leben können, wie sie es vorher getan haben, in einem demokratischen System mit Freiheit, so wie wir das hier in Deutschland genießen.
00:34:26: Und deswegen war mir das wichtig, dass ich das auch noch mal wieder am Anfang gemacht habe.
00:34:31: Genau.
00:34:31: Und ich bin wieder mal bafferspannend, wie schnell die Zeit vorrangeschritten ist.
00:34:36: Ich fand das super spannend mit dir zu reden, Tim.
00:34:39: Vielen Dank, dass du gekommen bist.
00:34:42: Ja, danke schön für die Möglichkeit.
00:34:44: Hat mir auch viel Spaß gemacht.
00:34:46: Und auch interessant ist, ich finde es immer cool, so ein paar von seinen Gedanken loszuwerden, weil ... Man hat halt immer ganz ganz viele Gedanken im Kopf und so und wenn man mit einer anderen Person redet, dann kann man ja immer nur so einen Bruchteile davon austauschen.
00:35:01: Deswegen ist halt Austausch auch so wichtig, dass halt dieser Bruchteil so ein bisschen größer wird auch.
00:35:06: Deswegen danke schön.
00:35:08: Sehr gerne.
00:35:09: Also wie gesagt, es gibt unendlich viele Themen, die wir hier noch hätten abgrasen können.
00:35:14: Und insofern fand ich das auch sehr bereichernd.
00:35:17: Und das war auch das, was ich am Anfang gesagt habe, warum mir der Podcast so viel Spaß macht.
00:35:21: Weil ich natürlich mit Schülerinnen, Schülern, aber auch mit anderen Leuten aus der Schulgemeinschaft auf so eine ganz andere Ebene noch mal komme, als ich das im Unterricht machen kann.
00:35:30: Und deswegen ist das für mich hier auch... eine total bereichernde Sache, das machen zu dürfen.
00:35:37: Genau.
00:35:37: Und ich glaube, damit haben wir schon einen ganz guten Abschluss gefunden.
00:35:41: Ihr Lieben, ich freue mich, dass ihr zugehört habt.
00:35:44: Es war wieder super schön, hier das aufzunehmen.
00:35:48: Und ich freue mich schon auf jeden Fall aufs nächste Mal.
00:35:52: Und ich wünsche euch, dass ihr gesund bleibt, dass ihr ganz viel Spaß habt und froher Dinge bleibt.
00:35:57: Und ja, wie wir gerade gesagt haben, euch vielleicht manchmal gar nicht so ernst nehmen, sondern Die Dinge mit einem Lachen auch mal abtun könnt, die vielleicht doch gar nicht so ernst zu nehmen sind.
00:36:09: Und
00:36:10: ich freue mich auf bald.
00:36:13: Eure Nina.
00:36:14: Und eure Tim.
00:36:15: Dankeschön.
00:36:16: Tschüss.
00:36:21: Das war eine weitere Folge des Podcasts des Immanuel Kantgymnasiums Münster-Hildrup.
00:36:28: Moderation, Nina von Manstein.
00:36:31: Technik, Ben Abing.
00:36:34: Kontakt über www.podkant.ms.de.
00:36:39: Wir freuen uns
00:36:40: über
00:36:40: jede E-Mail von euch.
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